Dokument-ID: 608720

WEKA (bli) | News | 05.08.2013

Hitzefrei im Sommer – Wunschvorstellung oder Realität?

Der Sommer 2013 hat es in sich, die Temperaturen haben schon einige Male die 35-Grad-Grenze überschritten. Das macht vor allem das Arbeiten im Freien unerträglich, deshalb gibt es seit diesem Jahr für spezielle Personengruppen hitzefrei.

Hitzefrei für Bauarbeiter

Durch eine Änderung des Bauarbeiter-Schlechtwetterentschädigungsgesetzes 1957 (BSchEG), BGBl I Nr 117/2012, bekommen Bauarbeiter seit diesem Jahr ab einer Lufttemperatur von 35 Grad hitzefrei. Seit 1. Jänner 2013 gilt nämlich neben Regen, Schnee, Frost nun auch Hitze als Schlechtwetter im Sinne des § 3 Abs 1 BSchEG. Folgen drei Stunden Arbeitszeit mit mehr als 35 Grad aufeinander, so bewirken diese Schlechtwetter für den Rest des Arbeitstages und somit hitzefrei.

Arbeiten bei Hitze im Büro

Arbeitnehmer im Büro müssen jedoch auch weiterhin bei heißen Temperaturen zur Arbeit erscheinen, hitzefrei gibt es für sie nicht. Der Arbeitgeber ist per Gesetz auch nicht zur Installation einer Klimaanlage oder Ähnlichem verpflichtet. Grundsätzlich gilt aber bezüglich der Raumtemperatur Folgendes:

Gemäß § 28 Abs 1 Arbeitstättenverordnung (AStV) sollte sich die Temperaturen in Arbeitsräumen, in denen Tätigkeiten mit geringer körperlicher Belastung, wie beispielsweise Büroarbeiten, verrichtet werden, zwischen 19 und 25° C bewegen.

Das ArbeitnehmerInnenschutzgesetz (ASchG) selbst sieht keine konkreten gesetzlichen Bestimmungen vor, in § 22 Abs 3 ist lediglich die Rede davon, dass die raumklimatischen Verhältnisse am Arbeitsplatz für den menschlichen Organismus angemessen sein müssen. Um den ArbeitnehmerInnen das Arbeiten zu erleichtern sollten Arbeitgeber jedoch ihrer Fürsorgepflicht nachkommen und z. b. folgende Maßnahmen ergreifen:

  • Aufstellen von Ventilatoren oder von Wasserkübeln zum Kühlen der Füße,
  • Direkte Sonneneinstrahlung durch das Anbringen von Jalousien oder Rollos an den Fenstern vermeiden,
  • Bereitstellung geeigneter alkoholfreier Getränke,
  • Für intensives Durchlüften in den Morgen- oder Abeendstunden sorgen,
  • Lockerung von eventuell vorhandenen Kleidervorschriften, zB kurze Hemden oder Hosen erlauben

Quellen:

Bauarbeiter-Urlaubs- und Abfertigungskasse

Arbeiterkammer Wien