Dokument-ID: 983497

Peter Neuhold | Praxiswissen | Fachbeitrag

Persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz

In der Bauarbeiterschutzverordnung ist in einigen Abschnitten die Verwendung von persönlicher Schutzausrüstung gegen Absturz ausdrücklich erlaubt sowie bei bestimmten Arbeiten überhaupt unter allen Umständen vorgesehen. Für die richtige Auswahl und Verwendung der Schutzausrüstung gegen Absturz ist die Verordnung persönliche Schutzausrüstung (PSA-V) heranzuziehen.

Auch für die Errichtung, Wartung und dem Abbau von kollektiven Schutzmaßnahmen ist die persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz oft die einzige Möglichkeit.

Erlaubt ist persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz auch für den Fall, dass weder Absturzsicherungen noch Schutzeinrichtungen angebracht werden können und nur mehr der individuelle Schutz durch persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz die einzige Möglichkeit ist.

Besondere Vorgaben in der BauV zur Verwendung von persönlicher Schutzausrüstung gegen Absturz

Aufwandsabschätzung

§ 7 Abs 4 BauV sieht die Möglichkeit einer Aufwandsabschätzung für den Fall vor, dass der erforderliche Aufwand für die Anbringung von Absturzsicherungen oder Schutzeinrichtungen unverhältnismäßig hoch ist gegenüber dem Aufwand für die durchzuführenden Arbeiten. Liegt dies vor, dann genügt es, dass die Arbeitnehmer/innen mit persönlicher Schutzausrüstung gegen Absturz gesichert sind.

Entfernen von kollektiven Schutzmaßnahmen

Müssen zur Durchführung von Arbeiten Absturzsicherungen, Abgrenzungen oder Schutzeinrichtungen entfernt werden, auch dann ist Verwendung von persönlicher Schutzausrüstung zulässig (§ 7 Abs 3 BauV).

Abgrenzungen

Der Bereich zwischen Abgrenzung und Absturzkante darf nur betreten werden, wenn dies aus arbeitstechnischen Gründen erforderlich ist. In diesem Fall müssen die Arbeitnehmer durch geeignete persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz gesichert sein (§ 9 Abs 3 BauV).

Arbeiten auf Dächern

Bei Arbeiten auf Dächern von mehr als 45° Dachneigung müssen Arbeitnehmer/innen jedenfalls zusätzlich zu den technischen Maßnahmen mittels persönlicher Schutzausrüstung gegen Absturz gesichert sein.

Für die in § 87 Abs 5 BauV angeführten Bedingungen,

  1. bei geringfügigen Arbeiten, wie Reparatur- oder Anstricharbeiten, die nicht länger als einen Tag dauern, oder
  2. bei Arbeiten am Dachsaum (= Traufe), wenn nicht gleichzeitig oder aufeinanderfolgend auch an der Dachfläche Arbeiten durchgeführt werden,
  3. sowie bei Arbeiten im Giebelbereich,

ist persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz alleine grundsätzlich ausreichend. Eine eigene Aufwandsabschätzung, wie in § 7 Abs 4 BauV vorgesehen, ist für diese Fälle nicht erforderlich.