Dokument-ID: 286749

Renate Novak - Alice Schmatzberger - Josef Drobits | Praxiswissen | Fachbeitrag

TRK-Werte

Als TRK-Werte werden die in Anhang I der Grenzwerteverordnung angeführten Werte festgelegt (siehe Anhang I – Stoffliste, Spalte 2).

Sie sind ebenso wie MAK-Werte in Anhang I (Stoffliste, MAK-Werte und TRK-Werte) der Grenzwertverordnung angeführt.

Der TRK-Wert (Technische Richtkonzentration, § 45 Abs 2 ASchG, § 3 Abs 1 GKV 2018) ist der Mittelwert in einem bestimmten Beurteilungszeitraum, der jene Konzentration eines gefährlichen Arbeitsstoffes als Gas, Dampf oder Schwebstoff in der Luft am Arbeitsplatz angibt,

  • die nach dem Stand der Technik erreicht werden kann und die
  • als Anhalt für die Schutzmaßnahmen und
  • als Anhalt für die messtechnische Überwachung

heranzuziehen ist.

Die Einhaltung der TRK-Werte soll das Risiko einer Beeinträchtigung der Gesundheit vermindern, vermag dies jedoch nicht vollständig auszuschließen.

TRK-Werte werden für solche Stoffe aufgestellt, für die nach dem Stand der Wissenschaft keine als unbedenklich anzusehende Konzentration angegeben werden kann.

Sie sind im SDB Sicherheitsdatenblatt und auf den Verpackungenen mit H 350, H 350i bzw H 351 gekennzeichnet!

Hinweis:

Arbeitgeber/innen müssen dafür sorgen, dass TRK-Werte stets möglichst weit unterschritten werden (§ 45 Abs 4 ASchG).

Achtung:

Derzeit werden Technische Richtkonzentrationen für krebserzeugende und erbgutverändernde Arbeitsstoffe festgesetzt, da für diese Stoffe keine Konzentration angegeben werden kann, unterhalb derer ein Erkrankungsrisiko ausgeschlossen werden kann. Auch bei Einhaltung der Technischen Richtkonzentration ist eine Gesundheitsgefährdung nicht auszuschließen.

 Die Technische Richtkonzentration orientiert sich an

  • den technischen Gegebenheiten und
  • den Möglichkeiten der technischen Prophylaxe
  • unter Heranziehung arbeitsmedizinischer Erfahrungen im Umgang mit dem gefährlichen Arbeitsstoff und toxikologischer Erkenntnisse.

Für die Festlegung der Höhe der Werte sind maßgebend:

  • die Möglichkeit, die Stoffkonzentration im Bereich des TRK-Wertes analytisch zu bestimmen,
  • der derzeitige Stand der verfahrens- und lüftungstechnischen Maßnahmen unter Berücksichtigung des in naher Zukunft Erreichbaren,
  • dass vorliegende arbeitsmedizinische Erfahrungen oder toxikologische Erkenntnisse ihnen nicht entgegenstehen.

Technische Richtkonzentrationen bedürfen daher

  • der steten Anpassung an den Stand der technischen Entwicklung und der analytischen Möglichkeiten,
  • der Überprüfung nach dem Stand der arbeitsmedizinischen und toxikologischen Kenntnisse.