Dokument-ID: 074146

Vorschrift | Novellen

Allgemeines bürgerliches Gesetzbuch (ABGB)

Allgemeines bürgerliches Gesetzbuch für die gesammten deutschen Erbländer der Oesterreichischen Monarchie

Inhaltsverzeichnis

StF: JGS Nr. 946/1811

idF: JGS Nr. 970/1846, RGBl. Nr. 217/1859, RGBl. Nr. 9/1860, RGBl. Nr. 108/1860, RGBl. Nr. 131/1867, RGBl. Nr. 49/1868, RGBl. Nr. 62/1868, RGBl. Nr. 4/1869, RGBl. Nr. 110/1895, RGBl. Nr. 276/1914, RGBl. Nr. 208/1915, RGBl. Nr. 69/1916, RGBl. Nr. 96/1919, BGBl. Nr. 638/1921, BGBl. Nr. 850/1922, BGBl. Nr. 111/1936, dRGBl. I S 807/1938, dRGBl. I S 825/1938, dRGBl. I S 923/1938, dRGBl. I S 973/1938, dRGBl. I S 1186/1939, dRGBl. I S 2394/1939, dRGBl. I S 80/1943, dRGBl. I S 266/1943, BGBl. Nr. 30/1947, BGBl. Nr. 158/1947, BGBl. Nr. 259/1951, BGBl. Nr. 99/1954, BGBl. Nr. 157/1956, BGBl. Nr. 268/1958, BGBl. Nr. 58/1960, BGBl. Nr. 122/1967, BGBl. Nr. 306/1968, BGBl. Nr. 342/1970, BGBl. Nr. 108/1973, BGBl. Nr. 496/1974, BGBl. Nr. 412/1975, BGBl. Nr. 416/1975, BGBl. Nr. 91/1976, BGBl. Nr. 403/1977, BGBl. Nr. 280/1978, BGBl. Nr. 304/1978, BGBl. Nr. 140/1979, BGBl. Nr. 168/1979, BGBl. Nr. 370/1982, BGBl. Nr. 136/1983, BGBl. Nr. 566/1983, BGBl. Nr. 196/1985, BGBl. Nr. 97/1986, BGBl. Nr. 179/1988, BGBl. Nr. 162/1989, BGBl. Nr. 343/1989, BGBl. Nr. 656/1989, BGBl. Nr. 275/1992, BGBl. Nr. 502/1993, BGBl. Nr. 25/1995, BGBl. Nr. 759/1996, BGBl. I Nr. 6/1997, BGBl. I Nr. 30/1997, BGBl. I Nr. 140/1997, BGBl. I Nr. 125/1999, BGBl. I Nr. 164/1999, BGBl. I Nr. 44/2000, BGBl. I Nr. 135/2000, BGBl. I Nr. 48/2001, BGBl. I Nr. 98/2001, BGBl. I Nr. 71/2002, BGBl. I Nr. 104/2002, BGBl. I Nr. 118/2002, BGBl. I Nr. 85/2003, BGBl. I Nr. 91/2003, BGBl. I Nr. 58/2004, BGBl. I Nr. 77/2004, BGBl. I Nr. 43/2005, BGBl. I Nr. 51/2005, BGBl. I Nr. 120/2005, BGBl. I Nr. 92/2006, BGBl. I Nr. 113/2006, BGBl. I Nr. 100/2008, BGBl. I Nr. 40/2009, BGBl. I Nr. 52/2009, BGBl. I Nr. 75/2009, BGBl. I Nr. 135/2009, BGBl. I Nr. 28/2010, BGBl. I Nr. 58/2010, BGBl. I Nr. 68/2012, BGBl. I Nr. 15/2013, BGBl. I Nr. 50/2013, BGBl. I Nr. 145/2013, BGBl. I Nr. 179/2013, BGBl. I Nr. 33/2014, BGBl. I Nr. 83/2014, BGBl. I Nr. 25/2015, BGBl. I Nr. 29/2015, BGBl. I Nr. 35/2015, BGBl. I Nr. 87/2015, BGBl. I Nr. 43/2016, BGBl. I Nr. 59/2017, BGBl. I Nr. 153/2017, BGBl. I Nr. 161/2017, BGBl. I Nr. 58/2018

Aus der Betrachtung, daß die bürgerlichen Gesetze, um den Bürgern volle Beruhigung über den gesicherten Genuß ihrer Privat-Rechte zu verschaffen, nicht nur nach den allgemeinen Grundsätzen der Gerechtigkeit; sondern auch nach den besonderen Verhältnissen der Einwohner bestimmt, in einer ihnen verständlichen Sprache bekannt gemacht, und durch eine ordentliche Sammlung in stätem Andenken erhalten werden sollen, haben Wir seit dem Antritte Unserer Regierung unausgesetzt Sorge getragen, daß die schon von Unseren Vorfahren beschlossene und unternommene Abfassung eines vollständigen, einheimischen bürgerlichen Gesetzbuches ihrer Vollendung zugeführt werde.

Der während Unserer Regierung von Unserer Hofcommission in Gesetzsachen zu Stande gebrachte Entwurf ward, so wie ehedem der Entwurf des Gesetzbuches über Verbrechen und schwere Polizey-Uebertretungen, den in den verschiedenen Provinzen eigens aufgestellten Commissionen zur Beurtheilung mitgetheilt, in Galizien aber inzwischen schon in Anwendung gesetzt.

Nachdem auf solche Art die Meinungen der Sachverständigen, und die aus der Anwendung eingehohlten Erfahrungen zur Berichtigung dieses so wichtigen Zweiges der Gesetzgebung benützt worden sind; haben Wir nun beschlossen, dieses allgemeine bürgerliche Gesetzbuch für Unsere gesammten Deutschen Erbländer kund zu machen, und zu verordnen, daß dasselbe mit dem ersten Januar 1812 zur Anwendung kommen solle. Dadurch wird das bis jetzt angenommene gemeine Recht, der am 1. November 1786 kund gemachte erste Theil des bürgerlichen Gesetzbuches, das für Galizien gegebene bürgerliche Gesetzbuch, sammt allen auf die Gegenstände dieses allgemeinen bürgerlichen Rechtes sich beziehenden Gesetzen und Gewohnheiten, außer Wirksamkeit gesetzt.

Wie Wir aber in dem Gesetzbuche selbst zur allgemeinen Vorschrift aufgestellt haben, daß die Gesetze nicht zurück wirken sollen; so soll auch dieses Gesetzbuch auf Handlungen, die dem Tage, an welchem es verbindliche Kraft erhält, vorhergegangen, und auf die nach den früheren Gesetzen bereits erworbenen Rechte keinen Einfluß haben; diese Handlungen mögen in zweyseitig verbindlichen Rechtsgeschäften, oder in solchen Willenserklärungen bestehen, die von dem Erklärenden noch eigenmächtig abgeändert, und nach den in dem gegenwärtigen Gesetzbuche enthaltenen Vorschriften eingerichtet werden könnten. Daher ist auch eine schon vor der Wirksamkeit dieses Gesetzbuches angefangene Ersitzung oder Verjährung nach den ältern Gesetzen zu beurtheilen. Wollte sich jemand auf eine Ersitzung oder Verjährung berufen, die in dem neuern Gesetze auf eine kürzere Zeit als in den frühern Gesetzen bestimmt ist; so kann er auch diese kürzere Frist erst von dem Zeitpuncte, an welchem das gegenwärtige Gesetz verbindliche Kraft erhält, zu berechnen anfangen.

Die Vorschriften dieses Gesetzbuches sind zwar allgemein verbindlich; doch bestehen für den Militär- Stand und für die zum Militär-Körper gehörigen Personen besondere, auf das Privat-Recht sich beziehende Vorschriften, welche bey den von, oder mit ihnen vorzunehmenden Rechtsgeschäften, obschon in dem Gesetzbuche nicht ausdrücklich darauf hingewiesen worden ist, zu beobachten sind. Handels- und Wechselgeschäfte werden nach den besonderen Handels- und Wechselgesetzen, in so fern sie von den Vorschriften dieses Gesetzbuches abweichen, beurtheilt.

Auch bleiben die über politische, Cameral- oder Finanz-Gegenstände kund gemachten, die Privat-Rechte beschränkenden, oder näher bestimmenden Verordnungen, obschon in diesem Gesetzbuche sich darauf nicht ausdrücklich bezogen wurde, in ihrer Kraft. Ins besondere sind die auf Geldzahlungen sich beziehenden Rechte und Verbindlichkeiten nach dem, über das zum Umlauf und zur gemeinen Landes- (Wiener) Währung bestimmte Geld, bereits erlassenen Patente vom 20. Hornung 1811, oder nach den noch zu erlassenden besonderen Gesetzen, und nur bey deren Ermanglung, nach den allgemeinen Vorschriften des Gesetzbuches zu beurtheilen.

Wir erklären zugleich den gegenwärtigen Deutschen Text des Gesetzbuches als den Urtext, wonach die veranstalteten Uebersetzungen in die verschiedenen Landessprachen Unserer Provinzen zu beurtheilen sind.