Dokument-ID: 147256

Vorschrift

Strafgesetzbuch (StGB)

Inhaltsverzeichnis

§ 278c. Terroristische Straftaten

idF BGBl. I Nr. 70/2018 | Datum des Inkrafttretens 01.11.2018

(1) Terroristische Straftaten sind

1.

Mord (§ 75),

2.

Körperverletzungen nach den §§ 83 bis 87, (BGBl. I Nr. 117/2017)

3.

erpresserische Entführung (§ 102),

4.

schwere Nötigung (§ 106),

5.

gefährliche Drohung nach § 107 Abs. 2,

6.

schwere Sachbeschädigung (§ 126), Datenbeschädigung (§ 126a) und Störung der Funktionsfähigkeit eines Computersystems (§ 126b), wenn dadurch eine Gefahr für das Leben eines anderen oder für fremdes Eigentum in großem Ausmaß entstehen kann oder viele Computersysteme (§§ 126a Abs. 3, 126b Abs. 3) oder wesentliche Bestandteile der kritischen Infrastruktur (§§ 126a Abs. 4 Z 2, 126b Abs. 4 Z 2) beeinträchtigt werden, (BGBl. I Nr. 70/2018)

7.

vorsätzliche Gemeingefährdungsdelikte (§§ 169, 171, 173, 175, 176, 177a, 177b, 178) oder vorsätzliche Beeinträchtigung der Umwelt (§ 180),

8.

Luftpiraterie (§ 185),

9.

vorsätzliche Gefährdung der Sicherheit der Luftfahrt (§ 186),

9a.

Aufforderung zu terroristischen Straftaten und Gutheißung terroristischer Straftaten (§ 282a) oder (BGBl. I Nr. 103/2011)

10.

eine nach § 50 des Waffengesetzes 1996 oder § 7 des Kriegsmaterialgesetzes strafbare Handlung,

wenn die Tat geeignet ist, eine schwere oder längere Zeit anhaltende Störung des öffentlichen Lebens oder eine schwere Schädigung des Wirtschaftslebens herbeizuführen, und mit dem Vorsatz begangen wird, die Bevölkerung auf schwerwiegende Weise einzuschüchtern, öffentliche Stellen oder eine internationale Organisation zu einer Handlung, Duldung oder Unterlassung zu nötigen oder die politischen, verfassungsrechtlichen, wirtschaftlichen oder sozialen Grundstrukturen eines Staates oder einer internationalen Organisation ernsthaft zu erschüttern oder zu zerstören.

(2) Wer eine terroristische Straftat im Sinne des Abs. 1 begeht, ist nach dem auf die dort genannte Tat anwendbaren Gesetz zu bestrafen, wobei das Höchstmaß der jeweils angedrohten Strafe um die Hälfte, höchstens jedoch auf zwanzig Jahre, hinaufgesetzt wird.

(3) Die Tat gilt nicht als terroristische Straftat, wenn sie auf die Herstellung oder Wiederherstellung demokratischer und rechtsstaatlicher Verhältnisse oder die Ausübung oder Wahrung von Menschenrechten ausgerichtet ist.