06.11.2023 | Arbeitssicherheit & Brandschutz | ID: 1147874

Arbeitssicherheit bei MIG-, MAG- und WIG-Schweißen

Stefan Krähan

Schweißverfahren wie WIG-Schweißen, MIG-Schweißen, MAG-Schweißen und Acetylen-Schweißen sind flexibel anwendbar. Aber wie sieht es dabei mit der Arbeitssicherheit aus? Unser Expertenbeitrag erklärt Risiken und Sicherheitsmaßnahmen.

Schweißen ist ein Fertigungsverfahren, das in der betrieblichen Praxis in vielen Bereichen zum Einsatz kommt. Dabei wird zwischen verschiedenen Schweißverfahren unterschieden. In diesem Beitrag werden die Verfahren des Schutzgasschweißens, wie das MIG-Schweißen, das MAG-Schweißen sowie das WIG-Schweißen beschrieben. Darüber hinaus wird auch das Autogenschweißen mit der Verwendung eines Sauerstoff- und Azetylen-Gemisch eingegangen.

Autogenschweißen mit Acetylen

Das Autogenschweißen ist relativ einfach und nahezu überall einsetzbar und findet auch heute noch häufige Anwendung auf Baustellen und im Handwerksbereich. Bei dieser Art des Schweißens wird der zu bearbeitende Werkstoff durch Hitzeeinwirkung durch ein Sauerstoff-Azetylen-Gemisch geschmolzen. Zwei Gasflaschen mit reinem Sauerstoff und Acetylen sind durch zwei Schläuche mit einem Handbrenner verbunden. Der Schweißer stellt das Gasgemisch durch zwei Ventile entsprechend ein, zündet die Flamme und beginnt das zu fügende Material zu schmelzen. Mit Hilfe eines Schweißstabes kann der Schweißer mit der anderen Hand dem aufgeschmolzenen Werkstück einen Zusatzwerkstoff hinzugeben.

Sicherheitsmaßnahmen beim Autogenschweißen 

Die Sicherheitsmaßnahmen, die beim Autogenschweißen einzuhalten sind, werden im Folgenden beschrieben: 

  • Aufgrund der Flamme und durch oft kleine Schweißfunken besteht eine erhebliche Brenn- und Explosionsgefahr, weshalb alle brennbaren Gegenstände aus dem Gefahrenbereich zu entfernen sind. Auch müssen alle Gegenstände im Gefahrenbereich abgedeckt werden. Insbesondere sind Löschmittel in ausreichender Menge bereitzustellen. 
  • Bei diesem Schweißverfahren bestehen auch Gesundheitsgefahren gegenüber Strahlung. Deswegen sind beim Autogenschweißen insbesondere die Augen einerseits vor Metallspritzern als auch vor Blendungen sowie die durch das Schweißbad verursachte Wärmestrahlung zu schützen. Deswegen ist eine entsprechende Schutzbrille zu verwenden. 
  • Eine weitere Gesundheitsgefahr besteht durch Gase, Rauche und Dämpfe nitroser Gase, die in der Schweißflamme enthalten sein können; diese führen bei höheren Konzentrationen zu schweren Lungenschädigungen. Deswegen ist für eine ausreichende Belüftung zu sorgen. Wenn das Autogenschweißen in beengten Räumen durchgeführt wird, muss ein geeigneter Atemschutz verwendet werden. 
  • Die Gasflaschen sind gegen Umfallen und gegen direkte Sonneneinstrahlung zu sichern. Auch sind die Ventile vor mechanischen Beschädigungen zu schützen. Sauerstoffarmaturen sind von Fett, Öl und sonstigen brennbaren Stoffen freizuhalten. 
  • Beim Autogenschweißen ist eine schwerentflammbare Arbeitskleidung zu tragen. Es sind Sicherheitsschuhe und Sicherheitshandschuhe sowie eine geeignete Schutzbrille zu verwenden.

Schutzgasschweißen (WIG-Schweißen, MIG-Schweißen und MAG-Schweißen)

Bei den Schweißverfahren des Schutzgasschweißens, zu denen MIG-Schweißen, MAG-Schweißen und WIG-Schweißen zählen, verhindern die Schutzgase, dass die Schmelze mit dem Sauerstoff der Luft reagiert. Das Schutzgasschweißverfahren ist einfach zu erlernen und durch die Verwendung von inerten oder aktiven Gasen vergrößert sich die Anzahl der schweißbaren Legierungen immens. Durch den Handbrenner wird der Schweißdraht, der zugleich Zusatz und Elektrode darstellt, automatisch zugeführt. Eine Düse am vorderen Ende lässt Schutzgas ausströmen, wodurch die Umgebungsluft verdrängt wird. 

Das Metall-Inertgas-Schweißen (MIG-Schweißen) ist eine Variante des Schutzgasschweißens. Hierbei wird, im Gegensatz zum MAG-Schweißen (Metall-Aktivgasschweißen), mit inaktiven, das heißt inerten Gasen gearbeitet. Beim MIG-Schweißen werden Industriegase wie Argon und Helium zum Schweißen von hochlegierten Stählen oder Werkstoffen wie Aluminium, Magnesium oder Titan verwendet. 

Beim WIG-Schweißen (Wolfram-Inertgas-Schweißen) besteht die Elektrode aus hitzebeständigem Wolfram. Dies führt dazu, dass die Elektrode beim Schweißen im Gegensatz zum MAG- und MIG-Schweißverfahren nicht abschmilzt. Bei dieser Schweißmethode entstehen daher nur wenige Spritzer oder Gase. Ähnlich wie beim MIG-Schweißen werden auch beim WIG-Schweißen langsam reagierende Gase wie Argon oder Helium verwendet. Das WIG-Schweißen wird hauptsächlich zum Schweißen von dünnen Aluminium-Blechen oder Edelstahl eingesetzt, kann aber auch beim Schweißen von Stahlblechen verwendet werden. Ein Unterschied gegenüber dem MIG-/MAG-Schweißen ist, dass das WIG-Schweißen deutlich langsamer abläuft. 

Sicherheitsmaßnahmen beim WIG-Schweißen, MIG-Schweißen und MAG-Schweißen

Die Gefährdungen, die beim MAG- bzw MIG- und WIG-Schweißen gegeben sind, sowie die entsprechenden Schutzmaßnahmen sind im Folgenden angeführt: 

  • Gefährdung durch elektrischen Strom: Deswegen ist darauf zu achten, dass keine defekten Kabelverbindungen vorhanden sind, auch muss die Umgebung trocken sein. Des Weiteren müssen geeignete und trockene Schweißerhandschuhe verwendet werden. 
  • Gefährdung durch optische Strahlung im ultravioletten (nicht sichtbaren), sichtbaren und infraroten Bereich: Deswegen ist eine entsprechende schwerentflammbare Schutzkleidung zu verwenden. Für das Gesicht und den Kopfbereich sind geeignete Schutzschirme mit getönten Schutzgläsern zu verwenden. 
  • Gefährdung durch Schadstoffe: Deswegen ist in Abhängigkeit vom geschweißten Material ein geeigneter Atemschutz zu verwenden. Insbesondere entsteht beim WIG-Schweißen von Aluminium Ozon. 
  • Die Brand- und Explosionsgefahr ist bei allen Schweißverfahren gegeben. Daher ist der Schweißbereich entsprechend abzusichern bzw sind geeignete Löschmittel zur Verfügung zu stellen.
  • Beim MIG- bzw MAG-Schweißen kann auch die Gefährdung durch Lärm gegeben sein. Ein geeigneter Gehörschutz wird deswegen ebenfalls erforderlich sein. 

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