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WEKA (msc) | News | 25.03.2016

Haut- und Handschutz richtig auswählen

Wenn von Haut- und Handschutz die Rede ist, verspricht die Werbung vielfach den universellen oder unsichtbaren Handschuh – den gibt es aber nicht! Wählen Sie stattdessen Ihre persönliche Schutzausrüstung sorgfältig aus.

PSA ist das letzte Mittel

Gilt es sich gegen Gefahren am Arbeitsplatz zu schützen, ist persönliche Schutzausrüstung immer das letzte Mittel, nie das erste. Das gilt auch für die Verwendung von Hautschutzmitteln oder Handschuhen, zum Beispiel beim Umgang mit gefährlichen Arbeitsstoffen. Im ArbeitnehmerInnenschutz ist in jedem Fall das „STOP-Prinzip“ in Reihenfolge zu beachten:

  1. Substitution: zB Ersatz von gefährlichen Arbeitsstoffen durch weniger gefährliche
  2. Technische Maßnahmen: zB Automatisierung, Absaugung
  3. Organisatorische Maßnahmen: zB job rotation
  4. Persönliche Schutzmaßnahmen (PSA)

Hautschutzmittel sind kein unsichtbarer Handschuh

In der Werbung wird oft versprochen, was nicht gehalten werden kann: Hautschutzmittel werden als „unsichtbarer Handschuh“ gepriesen, können einen solchen aber nicht einfach ersetzen. Beachten Sie, dass nur eine dünne Schicht des Hautschutzmittels den Körper an der Hautoberfläche von einer verwendeten Chemikalie trennt. Leicht werden Hautschutzmittel auch durch Feuchtkontakte abgewaschen oder durch die Verwendung von Arbeitsmitteln abgescheuert. Wenn Sie Hautschutzmittel benutzen, denken Sie unbedingt daran regelmäßig nachzucremen und entsprechende Einwirkzeiten einzuhalten, auch wenn das Zeit- und Koordinationsprobleme bedeutet. Denn sowohl Hautschutzmittel als auch Handschuhe erleichtern wesentlich die Hautreinigung, bei der durch unangemessene Methoden (z.B. Lösungsmittel, Waschsand) oftmals massive Hautschädigungen entstehen. 

Es gibt keinen universellen Handschuh

Nehmen Sie auch Abstand vom Versprechen des „universellen Handschuhs“. Schutzhandschuhe müssen generell immer nach der Art der Tätigkeit und der Gefährdung ausgewählt werden. Auch persönliche Eigenschaften des Verwenders, besondere Anforderungen des Arbeitsplatzes und insbesondere die Beständigkeit des Handschuhmaterials gegenüber verwendeten Chemikalien sind unbedingt zu eruieren und in die Auswahl mit einzubeziehen. Fehleinschätzungen bei der Verwendung von Schutzhandschuhen sind zum Beispiel:

  • Ein teurer Handschuh ist auf jeden Fall besser als ein billiger
  • Der Handschuh „vergisst“ stattgefundenen Kontakt mit einer Chemikalie, wenn man ihn später wiederverwendet
  • Eine Verdünnungen der Chemikalie verlängern die mögliche Tragedauer eines Handschuhs
  • Ein schadhafter Handschuh ist besser als gar kein Handschuh
  • Ein falscher Handschuh ist besser als gar kein Handschuh
  • Ein gepuderter Handschuh ist besser als ein ungepuderter Handschuh
  • Die Haut härtet sich ab, man muss nur warten

Auswahl von Schutzhandschuhen

Beachten Sie bei der Auswahl von Schutzhandschuhen auch die aktuelle Normung. Das nachfolgende Diagramm hilft Ihnen dabei:

grafik_handschuh_psa_news

Mehr Infos

Weitere Informationen zur Auswahl und Unterweisung von Schutzhandschuhen und Hautschutzmitteln von Frau Dr. Astrid Antes, Arbeitsmedizinerin bei der AUVA Hauptstelle in Wien, finden Sie in unserem Handbuch „Unterweisungs-Vorlagen Arbeitssicherheit“.

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