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WEKA (bli) | News | 18.01.2017

Vermeidung und Bewertung von Zündgefahren bei nicht-elektrischen Geräten

Alle Geräte müssen einer Zündgefahrenbewertung unterzogen werden, um mögliche Zündquellen des Geräts vollständig festlegen und richtige Gegenmaßnahmen treffen zu können. Was gilt es dabei zu beachten?

Was ist ein nicht-elektrisches Gerät?

Darunter versteht man ein Gerät, das seine bestimmungsgemäße Funktion mechanisch erfüllen kann. Im Unterschied zu elektrischen Geräten treten bei mechanischen Geräten in der Regel im Normalbetrieb keine Zündquellen auf, wenn sie richtig verwendet und ordnungsgemäß instandgehalten werden. Dennoch kann es zu Störungen kommen, bei denen ein Gerät, Schutzsystem und/oder Komponenten davon nicht die beabsichtigte Funktion erfüllen. Deshalb ist eine Zündgefahrenbewertung auch bei nicht-elektrischen Geräten wichtig!

Mögliche Zündquellen von nicht-elektrischen Geräten

Beispiele für mögliche Zündquellen sind:

  • Adiabatische Kompression und Stoßwellen
  • Blitzschlag
  • Exotherme Reaktionen
  • Flammen
  • Heiße Gase
  • Heiße Oberflächen
  • Heiße Partikel
  • Mechanisch erzeugte Funken
  • Reibungswärme
  • Selbstentzündung von Stäuben
  • Statische Elektrizität

Zündgefahrenbewertung

Der Prozess der Zündgefahrenbewertung ist in der ÖNORM EN 15198:2007 beschrieben. Er besteht aus:

  • Produktbeschreibung
  • Erkennen von Zündgefahren
  • Zündrisikoabschätzung
  • Zündrisikobeurteilung

Es müssen alle Geräte und ihre sämtlichen Teile einer Gefahrenabschätzung unterzogen werden, um mögliche Zündquellen des Geräts vollständig festlegen zu können und einzuleitende Maßnahmen zur Verhinderung des Wirksamwerdens zu bestimmen. Ausgangspunkt der Zündgefahrenbewertung ist immer die bestimmungsgemäße Verwendung, die vom Hersteller festgelegt und in der Betriebsanleitung dokumentiert wird.

Die Analyse der Zündgefahren beginnt bei ihrer Identifizierung und ihren Ursachen. Dazu werden zunächst bekannte potenzielle Zündquellen anhand einer Kontrollliste analysiert. Danach werden die festgestellten Zündquellen einzeln betrachtet und bewertet, wie häufig eine einzelne Zündquelle wirksam werden kann.

Aus dem Resultat der Zündgefahrenbewertung ergibt sich, welche zusätzlichen Maßnahmen festzulegen sind, um die Anforderungen der Zielkategorie zu erfüllen.

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