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WEKA (bli) | News | 21.03.2012

Maßnahmen zur Brandabwehr in Photovoltaikanlagen

Informieren Sie sich, welche Maßnahmen Sie im Ernstfall (Brandfall) in einer Photovoltaikanlage treffen sollten und auch darüber, was Sie im Vorfeld beim Einsatz von Photovoltaik alles beachten sollten.

Definition

Mit einer Photovoltaikanlage wird das auf Solarzellen einfallende Sonnenlicht durch eine physikalische Reaktion in elektrische Energie transformiert. Die Anlage dient zur Stromgewinnung. Eine elektrische Anlage bringt natürlich auch immer Gefahren mit sich.

Mögliche Brandgefahren

Zu den häufigsten Brandursachen zählen

  • Unsachgemäße Installation des Wechselrichters: Durch Kurzschluss oder Wärmeentwicklung kann jederzeit ein Brand entstehen.
  • Unsachgemäße Verarbeitung der Klemmstellen der PV-Generatoren: Dadurch können die Klemmstellen sehr warm werden, was zum Schmelzen der Leitungen, im schlimmsten Fall zur Entzündung der Isolierung und somit zum Brand, führen kann.

Ausbreitung des Brandes

Ein Übergreifen der Flammen auf Bestandteile der PV-Anlage kann zur Ausbreitung des Brands führen. Dabei ist auch nicht auszuschließen, dass es zu einer schlagartigen Entzündung der brandbeaufschlagten Module kommen kann.
Eine Ausbreitung des Brandes wird begünstigt durch

  • eine Aufdachmontage von PV-Modulen mit fehlender Trennung im Bereich der Brandwände,
  • geschlossene Modulflächen durch Bedecken der Dachhaut

Maßnahmen beim Einsatz von Photovoltaikanlagen

Folgende Maßnahmen sollten bereits im Vorfeld getroffen werden:

  • Art und Eigenschaften der Photovoltaikanlage mit ortskundigem Fachpersonal erkunden
  • Informationen über Lage und Leistung von Akkumulatoren einholen
  • AC-Sicherung (Wechselstrom) und DC-Freischaltstelle (Gleichstrom) lokalisieren
  • Lage des Sicherungskastens für Stromversorgung erkunden

Zu den organisatorischen Maßnahmen zählen:

  • Registrierung der netzgekoppelten Anlagen: Dadurch können Informationen über Art, Größe, Leistung und Nutzung bereits frühzeitig eingeholt und dokumentiert werden. Die Dokumentation kann in der Leitstelle hinterlegt und in Einsatz- und Objektpläne mit aufgenommen werden.
  • Zur Verfügung stehen von PV-Fachkräften: Dies ist insbesondere für größere Anlagen wichtig, denn ein schnelles Eintreffen von Fachkräften fördert auch ein schnelleres und sichereres Vorgehen der Feuerwehr im Brandfall.
  • Erstellen von Merkblättern oder Handlungsanweisungen für das Vorgehen bzw Verhalten im Ernstfall. Diese sollten auf Fahrzeugen oder vor Ort an den entsprechenden Gebäuden aufliegen.

Maßnahmen bei Brandfall

  • PV-Anlage so schnell wie möglich stromlos schalten und gegen Wiedereinschalten sichern; für das Abschalten und Erden der Anlage sollte Fachpersonal angefordert werden.
  • Mit Rettungs- und Löscharbeiten sollte unabhängig vom „Schalt“-Zustand der Anlage begonnen werden. Dabei in der Regel immer lieber davon ausgehen, dass die Spannung noch nicht abgeschaltet ist.
  • Beim Einsatz von Löschmitteln darauf achten, dass ein Sprühstrahl verwendet wird. Schaumeinsatz sollte nur in spannungsfreien Gebäuden erfolgen.

Nicht erfolgversprechende Maßnahmen

Viele technische Maßnahmen haben sich in den letzten Jahren als sehr aufwändig und auch nicht zielführend herausgestellt. Dazu zählen unter anderem

  • Vollständige Verdunkelung der Zellen: sehr aufwändig und wenig praxistauglich
  • Aufbringen von Schaum, um PV-Module abzudecken: erfolglos, da Wind, Thermik etc verhindern, dass der Schaum liegenbleibt
  • Unterbrechung der Reihenschaltung durch Lösen der Steckverbindungen und Abmontieren einzelner Module: ist im Brandfall zeitlich nicht zu realisieren

Quelle:

Ing. Karl Hofbauer, Brandschutz im Unternehmen, Register 5, Kapitel 7.8 Photovoltaikanlagen

Weiterführende Informationen finden Sie als Kunde auch auf dem Portal unter:

https://www.weka.at/brandschutz/Baulicher-Brandschutz/Photovoltaikanlagen